USA stimmt gegen Verbot der Todesstrafe für Homosexuelle

Es ist das erste mal, dass der UN-Menschenrechtsrat die Todesstrafe für Homosexuelle verurteilt. Mit 27 zu 13 Stimmen (sieben Enthaltungen) verabschiedete das UN-Gremium am 29. September 2017 die Resolution. Unser NATO-Partner USA stimmten dagegen.

UNHCR

In der Resolution werden die Staaten dazu aufgefordert, die Todesstrafe bei einvernehmlichen homosexuellen Beziehungen, Blasphemie, Ehebruch und Abfall vom Glauben einzustellen.
Vor allem bei Ehebruch würden Frauen überproportional von dieser Strafe bedroht. Außerdem stellt die Resolution fest, dass arme Menschen und Ausländer unverhältnismäßig der Todesstrafe ausgesetzt sind. Menschen die ihr Recht auf freie Meinungsäußerung, Gedanken, Religion und friedliche Versammlung wahrnehmen, sowie Menschen die religiösen oder ethnischen Minderheiten angehören, seien unverhältnismäßig unter den Verurteilten der Todesstrafe.


Keine Todesstrafe bei Homosexualität, Ehebruch, Blasphemie und Abfall vom Glauben

Länder die mit „Ja“ gestimmt haben: Albanien, Belgien, Bolivien, Brasilien, Deutschland, Ecuador, Elfenbeinküste, El Salvador, Georgien, Ghana, Großbritannien, Kirgisistan, Kongo, Kroatien, Lettland, Mongolei, Niederlande, Panama, Paraguay, Portugal, Ruanda, Schweiz, Slowenien, Südafrika, Togo, Ungarn, Venezuela

Länder die mit „Nein“ gestimmt haben: Ägypten, Äthiopien, Bangladesch, Botswana, Burundi, China, Indien, Irak, Japan, Katar, Saudi-Arabien, USA, Vereinigte Arabische Emirate

Enthaltungen: Indonesien, Kenia, Kuba, Nigeria, Philippinen, Südkorea, Tunesien


Aktuell wenden sechs Staaten die Todesstrafe für homosexuelle Beziehungen an: Iran, Saudi-Arabien, Sudan, Jemen und einige Regionen in Nigeria und Somalia. (Dazu kommen noch die vom IS kontrollierten Gebiete im Norden Iraks sowie im Norden Syriens.)
Fünf weitere Staaten haben diese noch, wenden sie aber aktuell nicht an: Afghanistan, Katar, Mauretanien, Pakistan und die Vereinigte Arabische Emirate.

Nicht nur, dass unser NATO-Partner USA dagegen gestimmt hat und dass die Todesstrafe grundsätzlich in einer zivilisierten Gesellschaft abgelehnt werden sollte, gibt es noch ein weiteren Kritikpunkt. Dieser bezieht sich auf die deutschen Medien, die bis heute die Abstimmung nicht erwähnt haben. So etwas sollte aber von einer freien, unabhängigen Presse unbedingt erwähnt werden!

Quellen

http://www.pinknews.co.uk/2017/10/03/why-did-the-us-vote-against-banning-the-death-penalty-for-gay-people/

http://www.losangelesblade.com/2017/10/02/u-s-opposes-un-resolution-death-penalty-sex-relations/

http://www.initiative-gegen-die-todesstrafe.de/nc/aktuelles/nachrichten/details/article/usa-stimmt-gegen-un-resolution-zur-verbannung-der-todesstrafe-fuer-lgbt.html

http://www.queer.de/detail.php?article_id=29800

http://ilga.org/downloads/HRC36_death_penalty_voting_resolution.pdf

http://undocs.org/A/HRC/36/L.6

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